Ionisierende Strahlung und Personendosimetrie

Ionisierende Strahlung ist die Bezeichnung für Elektromagnetische- und Teilchenstrahlung, welche entlang ihres Strahlungsweges durch Materie positive Ionen bildet.

Darunter fallen Strahlenqualitäten aus Röntgengeräten und Elektronenbeschleunigern, die in der medizinischen Diagnostik und zur Strahlentherapie oder auch in der Forschung und für industrielle Anwendungen eingesetzt werden, Strahlen aus diversen Isotopen, kosmische Strahlung, die aus dem Weltraum auf die Erde einfällt sowie die Neutronen- und Gammastrahlung, die z.B. bei der Kernspaltung in Kernkraftwerken oder bei Prozessen in der Forschung entsteht.

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Solche Strahlung wird fälschlicherweise oft als „radioaktive Strahlung“ bezeichnet. Der Terminus ist jedoch völlig unrichtig, da „radioaktiv“ ausschliesslich die Bezeichnung für Stoffe ist, welche ionisierende Strahlung aussenden (Isotope).

Isotope sind Stoffe, welche chemisch von Ihren nichtradioaktiven Geschwistern nicht unterschieden werden können. Sie können, je nach Isotop, verschiedene Qualitäten (Spektrum) und Quantitäten (Aktivität) ionisierender Strahlung aussenden. Man findet solche Stoffe auch in der natürlichen Umwelt, wie zum Beispiel Kalium-40, das Edelgas Radon oder auch Uran, als auch als künstliche Stoffe, die gezielt erzeugt und in der Nuklearmedizin, bei vielfältigen technischen Anwendungen oder in der Forschung eingesetzt werden oder als Abfall anfallen.

Bei ionisierender Strahlung unterscheidet man so genannt korpuskuläre Strahlung wie Elektronen (Beta), Neutronen- und Alphastrahlen (Heliumkerne) sowie nichtkorpuskuläre Strahlung, welche das gesamte Röntgen (Photonen) und Gammaspektrum umfasst. Ionisierende Strahlung verhält sich gleich der Strahlung des sichtbaren Lichtanteils und nimmt deshalb im Quadrat zur Distanz von der Strahlungsquelle ab. Darum ist Abstand eine der einfachsten und ökonomisch günstigsten Strahlenschutzmassnahmen. Das ist beispielsweise beim Halten von Patienten zu bedenken und von Bedeutung.


Ionisierende Strahlung kann bei entsprechender Dosis schädigend wirken, weshalb in Gesetz und Verordnung die Anwendung von ionisierender Strahlung streng geregelt ist, einer Bewilligung bedarf und für „beruflich exponierte Personen“, das heisst für den Personenkreis welcher mit Strahlenquellen einer bestimmten Mindestleistung umgeht, die Überwachung mit Personendosimetern vorgeschrieben ist.

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